Wie bereits im letzten Eintrag angedeutet, stand uns die
schlimmste Tour ever and ever bevor. Gebucht war eine Zweitagestour ins
Mekongdelta, eines der größten Deltas der Welt, geformt vom zehntgrößten Fluss
unserer Erde. Highlight der Tour sollte der Besuch eines schwimmenden Marktes
per Boot sein. Klang also alles nicht schlecht. Was wir allerdings in den
nächsten Tagen erlebten, war das pure Grauen. Horror!
Der erste Tag war der schlimmste. Er begann früh um 7:00
Uhr. Völlig verschlafen mussten wir mit unseren Backpacks durch die Stadt
laufen, um den Rest der Gruppe abzuholen. Danach wurden wir in einen klapprigen
Bus verfrachtet und keiner sprach ein Wort. Von da an gings von Verkaufsstation
zu Verkaufsstation. Wir fühlten uns wie auf einer Kaffeefahrt. Folgendes
grandioses Programm wurde uns angeboten:
Erster Stopp war eine riesen Verkaufshalle mit jeder Menge
Schund und Kitsch. Wir wurden einfach für eine Stunde hier abgeladen und
mussten warten. Super!
Zweiter Stopp: „Frische exotische Früchte genießen“. Uns
wurden ein paar lapprige Ananas und Melonenstücke hingeklatscht und wir wurden
mit traditioneller Musik beschallt. Anschließend wurden wir genötigt auch noch
Trinkgeld zu geben. Einmalig!
Dritter Stopp: Mein Highlight – eine super idyllische Bootsfahrt
auf einem kleinen Flüsschen durch die Mangroven. Die Hände musste man strikt im
Boot lassen, denn aufgrund der Horde von Booten war die Gefahr ziemlich groß,
sich einzuklemmen. Wir waren so viele, dass man kaum das Wasser sah. Großartig!
Vierter Stopp: Ebenfalls ein Erlebnis – „Hosca-Riding“, was
sich als Horse-Car-Riding herausstellte. Bedeutet, wir fuhren ganze fünf
Minuten mit einer Pferdekutsche eine Asphaltstraße auf und ab. Das arme
Pferdchen sah übrigens total klapprig aus und hatte augenscheinlich genauso
viel Spass wie wir. Fantastisch!
Fünfter Stopp: Doppeltes Vergnügen – Honigfarm und
Schlangenbespaßung. Die Imkerei bestand aus einem Minikasten mit drei Bienen.
Natürlich durften wir dort allerlei Honig, Cremes und sonstigen Schrumms kaufen.
Dazu wurde Schlumpf eine riesige Boa um den Hals geschnürt und mit dem Kopf vor
seinem Gesicht herumgefuchtelt. Was für ein Spaß!
Sechster Stopp: Krokodilfarm – hier durfte man Fleisch
kaufen und mit den Krokodilen spielen. Man hielt ihnen das Fressen vor die Nase
und wenn sie zuschnappen wollten, zog man es weg. Einzigartig! Nicht zu
vergessen – unser grandioser Lunch: Reis mit ekelhaftem Fleisch. Selten hatten
wir auf einer Tour so schlechtes Essen. Selbst mitten im Dschungel war es
besser. Der Hammer! Danach wars für diesen Tag zum Glück vorbei. Das Hostel war ganz okay und am Abend seilten wir uns etwas ab. Auf dem Nightmarket schlugen wir uns die Bäuche voll und genehmigten uns noch einen Drink.
Am nächsten Morgen wunderten wir uns über Neuankömmlinge in
unserer Gruppe. Nach kurzem Plausch erfuhren wir Folgendes: Die Mädels hatten
sich doch tatsächlich gewagt eine Frage zu stellen und als diese nicht
beantwortet wurde, hakten sie noch einmal nach. Frechheit! Was sich manche
aber auch rausnehmen. Danach war ihr Guide so angepisst, dass er sie aus seiner
Gruppe schmiss. Das ist der Knüller! Sowas hatten wir noch nie gehört oder
erlebt.

Ansonsten ließen wir das Programm nur noch an uns
vorbeiplätschern. Zuerst gings mit einem riesigen lauten Touristenboot, eines
von hunderten, zu dem schwimmenden Markt. Dutzende Besucher schipperten den
Fluss hoch und runter und wir fühlten uns wie im Zoo. Der anschließende Besuch
einer Reisnudelfabrik, wo wir natürlich Reisnudeln kaufen durften, war zu
unser aller Erstaunen wirklich interessant. Schließlich gings noch zu einer
Fruitplantage, selbstverständlich mit Verkaufsständen, und dann hatten wir das
Schlimmste geschafft.
Man bot uns noch ein völlig überteuertes Mittagessen an, was
wir dankend ablehnten und ab dann waren wir auf uns gestellt. Wir nahmen den
Bus nach Rach Gia und bezogen das mit der Tour gebuchte Hostel. Dieses sollte
sich laut der netten Dame im Reisebüro nur fünf Minuten vom Bootsanleger
entfert befinden. In Realität war er über eine Stunde weit weg.
Freundlicherweise bot man uns an der Rezeption ein Taxi für ganze 15€ an. Ein
Vermögen für vietnamesische Verhältnisse. Nicht mit mir! Wütend von den
vergangenen Tagen rief ich die Dame an und schmückte meinen Wunsch nach einem
etwas günstigerem Taxi mit netten Worten. Wir einigten uns schießlich darauf,
dass das Taxi 2€ kosten sollte. Ziemlich angefressen gingen wir zu Bett und
freuten uns darauf am nächsten Morgen den Mist endlich hinter uns lassen zu
können.
Doch dann kam der Höhepunkt: Mit einem Lächeln verkündete
man uns, dass der Preis wieder gestiegen sei. Da konnte ich nicht mehr an mich
halten und explodierte. Ich schlug mit meiner Hand auf den Tresen und alles
wackelte. Ich war auf hundertachtzig. Ich schrie den Mann an und alle waren
super erschrocken. Sofort waren wir wieder beim alten Preis. Einfach nur frech.
Wir wollten nur noch weg. Jetzt hatten wir uns wahrscheinlich Strand und Meer
verdient.
Aber! Eines muss man dem ganzen Erlebnis zum Schluss noch zu Gute halten: Wir hatten den Spaß unseres Lebens und schon lange haben wir nicht mehr so viel gelacht. Zum Glück hatten wir im Laufe unserer Reise gelernt, meistens jedenfalls :-), vieles mit Gelassenheit und Humor zu nehmen und so taten uns am Ende der Tour vom Lachen die Muskeln im Gesicht und Bauch schrecklich weh. Noch Tage später konnten wir uns köstlich darüber amüsieren.
Aber! Eines muss man dem ganzen Erlebnis zum Schluss noch zu Gute halten: Wir hatten den Spaß unseres Lebens und schon lange haben wir nicht mehr so viel gelacht. Zum Glück hatten wir im Laufe unserer Reise gelernt, meistens jedenfalls :-), vieles mit Gelassenheit und Humor zu nehmen und so taten uns am Ende der Tour vom Lachen die Muskeln im Gesicht und Bauch schrecklich weh. Noch Tage später konnten wir uns köstlich darüber amüsieren.
Naja, so kleine Gauner gibt es eben überall auf der Welt, habt euch doch tapfer geschlagen und wenigstens drüber lachen können....
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