Das Beste gleich vornweg: Ich hab tatsächlich nach
wochenlanger vergeblicher Suche, bei der ich mich immer wieder in zu enge Hosen
quetschen musste, endlich eine Shorts gefunden!!! Alle männlichen Geschöpfe
können ruhig die Köpfe schütteln, doch alle weiblichen Leserinnen werden mein
Hochgefühl sicher verstehen. Was sollte jetzt noch schief gehen? Das Leben ist
schön!
Nachdem das Wichtigste geklärt wäre, kann ich dann ja zur
Stadt an sich kommen. Wir waren also mal wieder in einer Großstadt gelandet –
Uncle-Ho-City. Ho-Chi-Minh-Stadt ist definitiv komplett anders als Hanoi und
fühlt sich 10mal größer an. Wir versuchten uns am ersten Tag erstmal zu
orientieren und erkundeten unser Viertel. Es gab eine Bar an der nächsten,
tausend Geschäfte und unzählige Guesthäuser. Ach ja, bevor ich es vergesse: Wir
fanden den bisher günstigsten Raum (7,00$ pro Nacht). Man konnte sich im Bad
zwar kaum drehen und es gab nichts außer einem Bett, aber für vietnamesische
Verhältnisse hatten wir da ein echtes Schnäppchen gemacht.


Die nächsten Tage waren wir dann voll auf dem
Sightseeing-Trip und sahen allerhand skurile Dinge. Wir besuchten die Oper,
eine Kathedrale, den Wiedervereinigungspalast und schlenderten die wohl
teuerste Straße Vietnams entlang.
Einen gesamten Tag verbrachten wir auch in China-Town. Was
für ein Erlebnis. Es war mega-heiß (35°C) und wir bewegten uns nur von Schatten
zu Schatten. Trotzdem schafften wir immerhin drei Pagoden und den berühmten
Binh Tay Market, der der Wahnsinn war. Es wimmelte vor Menschen, war laut, eng
und stickig. Hunderte Mini-Stände reihten sich aneinander und die
Verkäuferinnen schleppten Waren von A nach B. Grandios.
Da wir einmal dabei waren gings auch gleich zum nächsten
Markt, dem Ben Thanh Market. Souvenirjagt war angesagt. Es wurde ordentlich
gehandelt und ich denke, wir haben uns ganz gut geschlagen. Auf jeden Fall war
das Portemonnaie leer und die Taschen voll. Das konnten wir auf keinen Fall mit
uns herumschleppen und so war der nächste Stopp klar: Postamt. Seit dem 8.11.
ist nun ein Päckchen nach Deutschland unterwegs. Geplante Ankunft: Ende Januar.
Genau drei Monate Zustellungszeit, denn die billigste Variante war die
Verschiffung über See (6€ pro Kilo). Wir sind gespannt :-).
In Ho-Chi-Minh-City haben wir außerdem die bisher
eigenartigste Tour mitgemacht (Aber wie wir gelernt haben: Schlimmer geht
immer! Dazu im nächsten Post mehr). Es ging zu den Tunneln von Cu Chi. Das über
220 km lange Tunnelsystem hat während der Kriege gegen die Franzosen und
Amerikaner unzähligen Kämpfern mitsamt ihren Familien viele Jahre Unterschlupf
gewährt. Hier konnten die Widerstandskämpfer direkt vor den Toren der
südvietnamesischen Truppen nach Guerillataktik Anschläge und Sabotageakte
durführen und immer wieder untertauchen, weil das Labyrinth an Gängen nur ihnen
bekannt war. Eigentlich also eine sehr interessante Sache. Doch die Art und
Weise der Präsentation war extrem eigenartig. Bereits auf dem Hinweg sahen wir
einen Film, der vor Propaganda nur so triefte und die Amerikaner nieder machte.
Den gesamten Tag musste sich unsere Gruppe – ja, auch zwei Amerikaner waren
darunter – anhören, wie dumm und unfähig die USA sei. Nicht dass wir uns auf
die Seite der Vereinigten Staaten schlagen wollen, doch Krieg bleibt Krieg und
auch die Vietnamesen haben abscheuliche Taten begangen und das ist nichts,
worauf man unserer Meinung nach stolz sein sollte. Auf die verherrlichende
Präsentation der Folterinstrumente hätten wir dann auch verzichten können.
Außerdem war das Gelände voll von Menschen und wir wurden im Eiltempo durch die
Anlage geschleust. Wer wollte, durfte sich auch durch die Tunnel quetschen, die
allerdings für die westlichen Touristen extra vergrößert werden mussten.
So war unser Aufenthalt in Uncle-Ho-City etwas
zwiegespalten, doch rückwirkend muss man sagen, Ho-Chi-Minh-City war großartig.
Und warum? Richtig, ich habe ja meine neuen Shorts gefunden :). Außerdem muss ich zum
Schluss noch ergänzen, dass wir jeden Abend in einer typischen vietnamesischen
Bar ausklingen lassen haben – mit Neonlicht, winzigen Plastikstühlchen und
alkoholischen Getränken für einen Spotpreis (ein Bier 0,50€, ein
Riesen-Cocktail für 1,60€). Also alles prima :-).
In Ho-Chi-Minh-City haben wir außerdem die bisher
eigenartigste Tour mitgemacht (Aber wie wir gelernt haben: Schlimmer geht
immer! Dazu im nächsten Post mehr). Es ging zu den Tunneln von Cu Chi. Das über
220 km lange Tunnelsystem hat während der Kriege gegen die Franzosen und
Amerikaner unzähligen Kämpfern mitsamt ihren Familien viele Jahre Unterschlupf
gewährt. Hier konnten die Widerstandskämpfer direkt vor den Toren der
südvietnamesischen Truppen nach Guerillataktik Anschläge und Sabotageakte
durführen und immer wieder untertauchen, weil das Labyrinth an Gängen nur ihnen
bekannt war. Eigentlich also eine sehr interessante Sache. Doch die Art und
Weise der Präsentation war extrem eigenartig. Bereits auf dem Hinweg sahen wir
einen Film, der vor Propaganda nur so triefte und die Amerikaner nieder machte.
Den gesamten Tag musste sich unsere Gruppe – ja, auch zwei Amerikaner waren
darunter – anhören, wie dumm und unfähig die USA sei. Nicht dass wir uns auf
die Seite der Vereinigten Staaten schlagen wollen, doch Krieg bleibt Krieg und
auch die Vietnamesen haben abscheuliche Taten begangen und das ist nichts,
worauf man unserer Meinung nach stolz sein sollte. Auf die verherrlichende
Präsentation der Folterinstrumente hätten wir dann auch verzichten können.
Außerdem war das Gelände voll von Menschen und wir wurden im Eiltempo durch die
Anlage geschleust. Wer wollte, durfte sich auch durch die Tunnel quetschen, die
allerdings für die westlichen Touristen extra vergrößert werden mussten.
Den Gipfel der Geschmackslosigkeit erreichten wir dann am
Schießstand. Ja, hier konnte man tatsächlich für einen Dollar pro Schuss eine
AK47 oder ein anderes Maschinengewehr aus Kriegszeiten ausprobieren. Manche
verschossen hier in nur wenigen hundertstel Sekunden unser gesamtes Tagesbudget.
Ohne Worte. Leider wurde es auch im Kriegsrelikte-Museum, das wir
anschließend besuchten, nicht besser. Das Museum wurde kurz nach Kriegsende 1975
eröffnet und zeigt auf drastischen Photographien die Grausamkeiten und
Brutalitäten der Amerikaner: Folter- und Napalm-Opfer, von Agent Orange
deformierte Babys, zerstückelte Leichen. Wir fanden die einseitige Darstellung
ein wenig schade. Hinweise auf Gewalttaten der Vietcong und der Nordvietnamesen
wurden komplett ausgespart.
So war unser Aufenthalt in Uncle-Ho-City etwas
zwiegespalten, doch rückwirkend muss man sagen, Ho-Chi-Minh-City war großartig.
Und warum? Richtig, ich habe ja meine neuen Shorts gefunden :). Außerdem muss ich zum
Schluss noch ergänzen, dass wir jeden Abend in einer typischen vietnamesischen
Bar ausklingen lassen haben – mit Neonlicht, winzigen Plastikstühlchen und
alkoholischen Getränken für einen Spotpreis (ein Bier 0,50€, ein
Riesen-Cocktail für 1,60€). Also alles prima :-).
Glückwunsch zur neuen Short, die alte hat wohl jemand heimlich nachts enger genäht? Freue mich immer sehr, dass Stefan sein Lieblingsmotiv so oft fotografiert, da hab ich immer viel zu sehen von meiner Maus :-)
AntwortenLöschen