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Let the silence begin ...



Wat Suan Mokkh, Thailand – 30.01.-11.02.2014


ACHTUNG, ACHTUNG! SONDERAUSGABE!


Inwiefern?
  1. In dieser Ausgabe, liebe Leserinnen und Leser werden wir von unserer gewohnten chronologischen Arbeitsweise abweichen. Da uns zahlreiche Anfragen zu den aktuellen Ereignissen erreicht haben, werden wir im Folgenden eine ausführliche Beschreibung unseres Aufenthaltes in Suan Mokkh geben.
  2. Anders als gewohnt, wurde dieser Beitrag von den beiden Autoren gemeinsam verfasst und enthält am Ende ein gesondertes Fazit der beiden.
Anmerkung der Redaktion: Vereinzelte Wörter und Sätze wurden zur allgemeinen Verständlichkeit von den Autoren aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Wir übernehmen dabei keine Haftung für vereinzelt albern oder absurd klingende Übersetzungen.

Vor über einem Monat begegneten wir auf der tollen Insel Koh Lanta Mark. Mark berichtete relativ nüchtern von seinem Aufenthalt in einem Kloster. Er machte keine großen Worte und hatte mit wenigen Sätzen alles Wichtige umrissen: Schweigen, Meditation, einfaches Leben. Wir waren sofort Feuer und Flamme und wussten, dort wollten wir hin. Also machten wir uns zum nächstmöglichen Zeitpunkt, am 30.01., auf zum Wat Suan Mokkh. Die Anreise war spielend einfach und wir trafen gleich haufenweise Gleichgesinnte. Da die offizielle Anmeldung im Meditationszentrum erst am nächsten Morgen sein sollte, verbrachten wir die erste Nacht im Hauptkloster.
Es wurde gleich richtig ernst: Männer und Frauen wurden getrennt untergebracht; man schlief in einem Schlafsaal auf dem blanken Boden mit einer Mini-Decke und zum Abendessen gabs eine dünne Nudelsuppe. Uns wurde schon ganz schön mulmig, doch rückblickend können wir eindeutig sagen: „Wir hatten nicht die geringste Ahnung worauf wir uns eingelassen hatten!“
Den restlichen Tag verbrachten wir ziemlich rastlos in der wirklich schönen Anlage und versuchten uns irgendwie vorzubereiten. Das funktionierte allerdings eher schlecht als recht und als es dunkel wurde, hieß es für uns zum ersten Mal seit über einem halben Jahr Abschied nehmen und getrennt die Nacht verbringen. Während Schlumpi ins miefende Männerloch zurück musste, verbrachte Nicki noch einen netten Abend mit drei deutschen Mädels (Jule, Christin und Jeanette).
Und dann war er da: der Tag der Anmeldung. Früh um 5:30 Uhr klingelte der Wecker und es ging zum nahe gelegenen Meditationszentrum von Suan Mokkh. Wir genossen den Sonnenaufgang und waren alle ziemlich hibbelig und kribbelig. Es gab ein ellenlanges Pamphlet zur Einführung mit allerhand Informationen und Regeln. Im Anschluss musste jeder zu einem persönlichen Interview und seine individuellen Beweggründe darlegen. Fast geschafft. Man erhielt seinen Schlüssel und wurde gebeten folgende Dinge abzugeben: Handys, Notebooks, Tablets, Kameras, Tagebücher, Bücher, Schmuck, Kosmetik, etc. Oh man, oh man. Und dennoch konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal bruchweise einschätzen was auf uns zu kam!

Dann wurden die „Räume“ - oder wie wir sie liebevoll nennen die „Zellen“ - bezogen und hergerichtet. Männer und Frauen waren natürlich wieder in getrennten Gebäuden untergebracht. Jeder erhielt seine eigene 5 qm große Zelle, ausgestattet mit einem Betonbett, einer Decke, einem Holzkissen, einem Moskitonetz und einer Laterne. Unser zu Hause für die nächsten zehn Tage. Das Wort, das uns als erstes in den Kopf kam, war „Klosterknast“, und tatsächlich muss man unter der Hand sagen, dass wir uns stark an Auschwitz erinnert fühlten. Es gab zudem einen Waschraum mit mehreren Waschstellen. Was sollten wir denn damit anfangen? Die Instruktionen kamen später...Aber es war jetzt ja erst einmal 9:00 Uhr und uns blieb noch eine Schonfrist, die wir gemeinsam in Freiheit genießen konnten. Per Anhalter gings ins nahe gelegene Dörfchen Chayia, wo wir uns mit allen auffindbaren Süßigkeiten vollstopften und uns von der Welt verabschiedeten.
16:00 Uhr wurde es dann wirklich ernst. Wir trafen uns das erste Mal in der großen offenen Meditationshalle mit Blick auf einen wunderschönen See und eine tolle Umgebung. 150 Menschen aus 25 verschiedenen Ländern waren gewillt die nächsten 10 Tage in Stille zu verbringen. Am 11.02. werden wir hier leider nur noch etwas mehr als 100 sein.
Der „Guru“ (ein unendlich lustiger Deutscher Mitte 50 – Werner) stimmte uns ein. Es gab jede Menge aufbauende Worte, aber auch einige Hinweise und Regeln. Das Wichtigste: Männer und Frauen sind immer streng getrennt. Also: Augen geradeaus! Danach gab es eine Führung übers Gelände, bei der alles Wichtigste geklärt wurde. Unter anderem:
Wie „dusche“ ich? Immer bekleidet! Mit einem Sarong. Dann Schüsselchen voll und über den Kopf. Müssen Frauen einen BH tragen? Ja, es gab tatsächlich eine ca. 10-minütige Diskussion über die Vor- und Nachteile des BH-Tragens. Fazit: Lass dich ja nie ohne erwischen. Und: Was mache ich eigentlich mit den vielen giftigen Tieren hier? (z. B. Skorpione und Hundertfüßler). Niemals töten! Wir sind ganz nett zu ihnen, fangen sie ein und bringen sie weit weg. Aha....
Und dann wurde es richtig ernst – das Schweigen begann. Feierlich und höchst zeromoniell saßen wir um 19:00 Uhr im Kerzenschein in der Meditationshalle und die Glocke wurde geläutet. Es konnte los gehen. Der Ablauf der nächsten Tage sah in etwa wie folgt aus:

Tag 1-8
     04:00 Uhr - Wecken und Aufstehen ***
     04:30 Uhr - Morgenlesung
     04:45 Uhr - Meditation im Sitzen
     05:15 Uhr - Yoga
     07:00 Uhr - Dhamma Talk (Lesung über Buddhismus) / Meditation im Sitzen ***
     08:00 Uhr - Frühstück & Hot Spring
     10:00 Uhr - Dhamma Talk / Meditation im Sitzen ***
     11:00 Uhr - Meditation im Laufen oder Stehen
     11:45 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     12:30 Uhr - Mittagessen und Aufgaben
     14:30 Uhr - Dhamma Talk / Meditation im Sitzen ***
     15:30 Uhr - Meditation im Laufen oder Stehen
     16:15 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     17:00 Uhr - Chanting (eine Art singender Sprechgesang) & Meditation der Freundlichkeit
     18:00 Uhr - Tee & Hot Spring
     19:30 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     20:00 Uhr - Gruppenmeditation im Laufen
     20:30 Uhr - Meditation im Sitzen
     21:00 Uhr - Bettzeit

Tag 9
     04:00 Uhr - Wecken und Aufstehen ***
     04:30 Uhr - Meditation im Sitzen
     05:15 Uhr - Yoga
     07:00 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     07:30 Uhr - Meditation nach eigenem Belieben (sitzend, stehend oder laufend)
     08:30 Uhr - Frühstück & Hot Spring ***
     10:30 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     11:00 Uhr - Meditation nach eigenem Belieben
     13:00 Uhr - Tee ***
     14:30 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     15:00 Uhr - Meditation nach eigenem Belieben
    
     18:00 Uhr - Tee & Hot Spring ***
     19:30 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     20:00 Uhr - Meditation nach eigenem Belieben
     21:00 Uhr - Bettzeit

Tag 10
     04:00 Uhr - Wecken und Aufstehen ***
     04:30 Uhr - Meditation im Sitzen
     05:15 Uhr - Yoga
     07:00 Uhr - Morgengespräch und Meditation
     08:00 Uhr - Frühstück & Hot Spring
     10:00 Uhr - Dhamma Talk ***
     11:00 Uhr - Meditation nach eigenem Belieben
     12:30 Uhr - Mittagessen und Aufgaben ***
     14:30 Uhr - Meditation im Sitzen ***
     15:00 Uhr - Meditation nach eigenem Belieben
     16:00 Uhr - Arbeiten (Männer haben einen Weg gebaut, Frauen haben geharkt) ***
     18:00 Uhr - Tee & Hot Spring
     19:15 Uhr - Gesprächsrunde
     21:15 Uhr - Bettzeit
*** Läuten der Glocke


 
Unsere größte Angst war das Aufwachen um 4:00 Uhr. Was, wenn wir die Glocke nicht hörten? Aber das war im Großen und Ganzen kein Problem. Wir hüpften im Dunkeln aus unseren Betten und machten uns nach einer Katzenwäsche auf zur Meditationshalle. Hier saßen wir wieder im Kerzenschein und lernten an den ersten Tagen einiges über die Meditation. Woran wir uns beide wohl immer als erstes erinnern werden: Schmerzen! Das Sitzen auf dem Boden wurde irgendwann unerträglich. Deshalb wurde Yoga schnell zu einem der Höhepunkte am Tag. Ahh...Bewegung! Alles knackte und knarkste. Wir fühlten uns wie 80-jährige. Das anschließende Frühstück war dann wieder ernüchternd: Reissuppe. Jeden einzelnen Morgen! Der Klecks im Schüsselchen wurde von Tag zu Tag weniger. In den Pausen gings meist in die heißen Quellen, es wurden Sachen gewaschen oder sich einfach nur lang ausgestreckt (nur im eigenem Zimmer erlaubt!). Und dann wurde weiter meditiert und meditiert und meditiert. Das Mittagessen war meistens okay, auch wenn ziemlich eintönig. Anschließend wieder Meditation: sitzend, stehend und laufend. Ein weiterer Höhepunkt des Tages: der abendliche Tee, der sich zum Glück als leckere, heiße Schokolade herausstellte. Dann nochmal ab in die heißen Quellen und schon war der Tag fast geschafft. Die abendliche Meditation gefiel uns beiden richtig gut. Die Luft kühlte etwas ab und alles war in Kerzenschein getaucht. Pünktlich 21:00 Uhr läutete die Glocke: Schlafenszeit. Spätestens 21:30 Uhr befanden sich alle in ihren Betten und schlummerten.
So lief das Ganze tagein und tagaus. Man möchte meinen, unsere Tage seien ziemlich langweilig verlaufen, doch als am Tag 11 das Schweigen gebrochen wurde, erzählten wir ungelogen 16 Stunden ohne Punkt und Komma. Jeder von uns hat so viele tolle Erfahrungen in den vergangenen Tagen gemacht und wunderbare Erlebnisse gehabt, dass wir im Folgenden jeweils ein gesondertes Fazit des Retreats geben werden.

Fazit Nicki:
Zehn Tage Stille sind nun vorbei! Zehn Tage ohne jeglichen Komfort mit erheblichen Rückenschmerzen und einer Menge Mindfullness. Was haben wir uns dabei eigentlich gedacht? Nicht viel, muss ich im Rückblick erkennen. Wir hatten uns weder großartig informiert, noch hatte ich viel über meine Erwartungen nachgedacht.
Und doch habe ich eine Menge mitgenommen. Der Retreat fand in einer wunderschönen Anlage statt, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Es handelt sich um ein weitläufiges Areal mit mehreren Seen, hunderten Bäumen und zahlreichen Tieren. Jeden Morgen beim Frühstück konnte ich den Affen beim Spielen zusehen und am Nachmittag mit den zuckersüßen Kätzchen kuscheln. Alles hat eine sehr warme Atmosphäre ausgestrahlt und besonders die ersten sechs Tage habe ich mich sehr gut aufgehoben und wohl gefühlt.
Besonders gefallen haben mir die Morgen- und Abendstimmungen. Kurz nach dem Yoga ging die Sonne auf, alles war in ein leuchtendes Rot getaucht, der Nebel stand über den Seen, die Luft war noch kühl und die Fischreiher flogen über das Gelände. Abends gefiel mir besonders die Dunkelheit, die nur durch wenige Kerzen unterbrochen war. Die Gruppenmeditation, bei der wir gemeinsam um den See liefen, fand ich sehr bewegend.
Die Stille war unendlich erholsam und entspannend für mich. Ich habe ganz viel innere Ruhe erhalten und dabei gemerkt wie ich immer langsamer wurde. Man beobachtet seine Umwelt viel aufmerksamer und genauer und kann so zahlreiche Details aufnehmen.
Ich konnte auch feststellen, dass ein einfaches Leben ohne viel Komfort kein Problem für mich ist. Ich habe viel darüber nachgedacht und hoffe, die Weniger-ist-mehr-Philosophie in mein Leben integrieren zu können. Sie gibt einem mehr Spielraum für die wichtigen Dinge im Leben.
Außerdem hatte ich das große Glück ein besonderes Ereignis erleben zu dürfen. Innerhalb von acht Tagen entstand zwischen mir und meiner absolut süßen Zellennachbarin Lotte ein besonderes Band. Von Tag zu Tag fühlten wir uns verbundener und enger vereint. Wir unterstützen uns durch kleine Gesten und riesen fette Lächeln. Es war wunderschön und unglaublich. Als sie das Kloster aus privaten Gründen am achten Tag verließ, war ich am Boden zerstört. Ihr Brief, den sie mir zum Glück hinterließ, rührte mich zu Tränen und machte mich völlig sprachlos. Wie konnten zwei Mädels, die sich einander nicht kannten und noch nie ein Wort miteinander gesprochen hatten so eine tiefe Freundschaft schließen? Ich war unendlich gerührt.
Leider fing damit bzw. eigentlich schon einen Tag früher der "Abstieg" an. Von Tag zu Tag ging es mir schlechter. Sowohl körperlich - meine Haut sah sehr schlecht aus - als auch innerlich. Die täglichen Theoriestunden, die uns in den Buddhismus einführten, wurden für mich immer schwerer zu ertragen. Nicht reden, nicht singen, nicht tanzen, kein Sex. Das hört sich meiner Meinung nach nicht einem erfüllten Leben an. Ich hatte Sehnsucht nach meinem "normalen Leben", nach meiner "normalen Welt". Ich vermisste meinen Stefan, wollte mich austauschen, laut sein, singen und tanzen. Das Leben genießen! Ich bin mir nach den vergangenen Tagen ziemlich sicher, dass ich ein überaus glückliches Leben führe und dafür unendlich dankbar sein kann!
P. S.: Ergänzen möchte ich noch, dass ich trotzdem froh bin das Ganze bis zum Schluss durchgezogen zu haben, denn der letzte Tag war grandios. Alle liefen fröhlich und aufgeregt umher. Jeder hatte ein Lächeln auf den Lippen und war glücklich. Der Abend war dann noch der krönende Abschluss: Einer nach dem anderen kam nach vorn und erzählte seine Geschichte, offenbarte seine Erfahrungen und Gefühle. Manche konnte man teilen, andere nicht. Bei einigen konnte man lachen, bei anderen rollten leise die Tränen die Wangen herunter. Es war unbeschreiblich! Aber vor allem war es toll von fast allen das Gleiche gehört zu haben: Die Atmosphäre unter uns war der Hammer. Trotz der Stille hat man sich von den Anwedenden getragen und unterstützt gefühlt, wie in einer großen Familie. Ein Gefühl des Beistandes, der Freundlichkeit, der gegenseitigen Unterstützung. Es war ein einmaliges, tolles Erlebnis. Danke an alle, die dabei waren!
Fazit Stefan:
Ins Kloster gehen und zehn Tage nicht kommunizieren! Das klang für mich erst einmal ganz einfach - ich bin ja eh kein Mann der großen Worte. Ich freute mich riesig auf unseren Aufenthalt in Suan Mokkh.
Gleich zu Beginn unseres Retreats wurden wir mit den "Regeln" der Meditation vertraut gemacht - nicht reden, nicht bewegen, nicht denken. Gerade letzteres fiel mir besonders schwer. Ständig schweiften meine Gedanken ab und ich fing an, unbewusst, über etwas nachzudenken. Dann sagte ich mir leise im Kopf: "Pssst...nicht denken!" Für eine Minute kehrte Ruhe ein, doch dann drehte sich das Gedankenkarussel auch schon weiter. Als ich mir die anderen so anschaute, sah es so einfach aus. Die waren voll in ihrem Element. Es kam mir vor als wäre ich hyperaktiv, aber nur im Kopf. Alles lenkte mich ab - Geräusche eines der unzähligen Tiere oder die schmerzenden Knochen, denn wie ich gleich am ersten Tag beim Yoga merkte, bin ich dermaßen ungelenkig, steif und schwach, dass mir alle anderen was vormachten. Da habe ich gemerkt, dass ich unbedingt wieder Sport treiben muss. Doch jeden Tag wurde es ein wenig besser und zum Schluss hätte ich mich sogar als guten Durchschnitt bezeichnet. Das half mir auch beim Meditieren, da ich nicht aller fünf Minuten die Position wechseln musste.
Am fünften Tag habe ich dann zum ersten Mal einen Zustand erreicht, den ich als Meditation bezeichnen würde. Unter einem Baum am See saß ich ganz allein und beobachtete einfach nur meinen Atem. Das wollte ich unbedingt jemanden erzählen. Mehr und mehr verspürte ich die Lust, meine Gedanken zu teilen. Auch wenn alle super nett waren und man das Gefühl hatte, sich auch ohne Worte zu verstehen, wollte ich trotzdem erzählen.
Am Besten am Retreat waren für mich aber die Tiere. Ich glaube, die haben gemerkt, dass wir absolut friedlich waren und dass von uns keine Gefahr ausging. Das beste Erlebnis war als ich einer Schlange zusah, wie sie einen Gecko verspeiste. Die Schlange war ca. 1,50 m lang und hatte sich den Gecko gerade geschnappt. Er kämpfte noch ums Überleben, doch es war zu spät. Die Schlange hatte ihn fest umwickelt. Als der Gecko tot war, begann die Schlange ihn von Kopf bis Schwanzspitze zu verschlingen. Ein fenomenales Schauspiel. Das Ganze hat ca. 30 Minuten gedauert und wir hockten zu viert um die Schlange herum (mit nur einem Meter Abstand). So etwas live zu sehen, das war für mich einer der Höhepunkte.

Nicki und Schlumpi wieder glücklich vereint
Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass es zum Ende hin für mich einfacher wurde. Wir bekamen immer mehr "Freiheiten", konnten uns z. B. aussuchen wie und wo wir meditieren wollten. Das habe ich am vorletzten Abend dazu genutzt, mich auf den Steg zu setzen und die Sterne und den Mond zu beobachten. Es war herrlich. Der Beton vom Steg war noch warm von der Sonne, die den ganzen Tag darauf geschienen hatte. Aus der Ferne konnte ich Musik hören und die Sternschnuppen zischten vorbei. Alles war perfekt! Nur eins hat gefehlt: die Nicki! Da merkte ich, dass ich froh war, dass der Retreat fast vorbei war und ich meine Nicki bald wieder in die Arme schließen und ihr alles erzählen konnte, was ich erlebt hatte. Und das war so viel, dass wir ganze 16 Stunden am Stück nur gequatscht haben, um die vergangenen zehn Tage auszuwerten.

Schlumpi, nicht Nicki :)
Würde ich es wieder tun - zehn Tage in Ruhe und Abgeschiedenheit? Ich denke, ich habe sehr viel für mich mitgenommen und irgendwann würde ich sicherlich noch einmal einen Retreat mitmachen. Aber jetzt möchte ich erstmal mein Leben mit meiner Liebsten genießen und alles tun, was ich will.
Und ja, ich habe das Essen trotz des Verbotes genossen!



4 Kommentare:

  1. Mensch, das war von Euch dermaßen beeindruckend beschrieben, da sind sogar bei mir die Tränchen gerollert, die Erfahrung werdet Ihr sicher nie mehr vergessen....

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  2. Oh Mann, das klingt dermaßen interessant! Ich freu mich so, wenn ich euch endlich wieder sehen kann. Ich vermisse euch!

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  3. tja, was soll man da noch sagen? Hoffentlich kommt ihr dann in unserer Welt noch klar, wenn ihr wieder zurück seid. Ich denke, jetzt seht ihr die Welt mit anderen Augen, oder? Ich bin jedenfalls froh, dass ihr diese Erfahrung gemacht habt, und die kleinen viel wichtigeren Dinge zu schätzen gelernt habt. Schon allein dafür hat sich doch die Reise gelohnt, oder ? Gruß Pappsler

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  4. Habe euren Bericht regelrecht verschlungen. Eure Worte haben mich sehr berührt aber auch nachdenklich gestimmt. LG Tante Conny

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