Nach der Verabschiedung von unseren mittlerweile guten Freunden Leo, Dagmar und Nick ging es für uns zurück nach Pakxe. Wir wollten ja weiterhin das Bolaven-Plateau mit dem Scooter erkunden, aber als wir dort ankamen wieder nur Regen, Regen und noch mehr Regen. Also beschlossen wir nach dem Mittag und einer kleinen Wetterrecherche direkt weiterzureisen. Unser nächstes Ziel sollte Phonsavan sein, eine kleine Stadt im eher wenig besiedelten Nordosten von Laos. Von dort trennten uns allerdings noch 1000 km - für laotische Straßenverhältnisse eine Weltreise. Und genau so fühlten wir uns die nächsten zwei Tage - genauso lange brauchten wir nämlich um unser Ziel zu erreichen. Wir verbrachten insgesamt (die Strecke von den 4000 Inseln nach Pakxe mitgerechnet, die wir am selben Tag zurückgelegt haben) ca. 24 Stunden in drei verschiedenen Bussen! Der Hammer! Der Nachtbus von Pakxe nach Vientiane war ja noch ganz angenehm, aber was danach kam, war furchtbar: Eine nicht enden wollende Busfahrt im Lokalbus mit lauter Laoten, die kein Wort Englisch verstanden. Es war heiß, stickig und die "Straße" ein Grauen. Wir waren unendlich froh, als wir nach zwei Tagen im Bus endlich ankamen, duschen und was Ordentliches essen konnten.
Am nächsten Tag wollten wir aber endlich mal wieder etwas sehen. Die meisten Besucher reisen in die eher wenige schöne Stadt, um die megalithischen Stätte der Ebene der Tonkrüge zu erkunden. Geschätzte 2000 teilweise meterhohe Steinkrüge, die mehr als 2000 Jahre alt sind, verteilen sich über die Ebene. Bis heute stellt sie Archäologen vor ein Rätsel, doch auch wenn ihr Ursprung unklar ist, weiß man heute einiges über ihre Verwendung. Die Krüge dienten als Urnen und zeigen damit den Wohlstand der mysteriösen Urbevölkerung Xieng Khouangs. Also war klar, auch wir mussten das sehen. Wir mieteten uns die nächsten zwei Tage einen Scooter und fuhren die verschiedenen Stellen an. Es war beeindruckend und irgendwie auch etwas gruselig. Immerhin handelt es sich ja um jahrhundertealte Friedhöfe. Zum ersten Mal wurden wir direkt mit dem Krieg in diesem Land konfrontiert: überall sahen wir Bombenkrater. 
Außerdem erkundeten wir die nähere Umgebung und fanden einen wunderschönen Wasserfall, der völlig ruhig lag, keine Menschenseele war zu sehen. Sehr schön. Wir besuchten außerdem das "War Spoon Village" Ban Napia, in dem aus den alten, geborgenen Bomben Löffel und ähnliches hergestellt wird. Im Informationsbüro der Organisation MAG erfuhren wir noch mehr über Laos Verstrickung in den Vietnamkrieg. Es wurde gezeigt, wie die Lebensbedingungen in den von den Blindgängern betroffenen Dörfern sind und wie die Räumteams arbeiten. Eine sehr interessante Dokumentation, die wir am Abend sahen, warf jedoch viele neue Fragen auf:Was hat Laos mit dem Vietnamkrieg zu tun und warum ist es das meist bombardierte Land der Welt? Um mehr über die Geschichte von Laos zu erfahren und unsere offenen Fragen klären zu können, werden wir als nächstes in die Provinz Houaphan im äußersten Nordosten von Laos reisen.
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