
Khao Sok, Thailand - 08.12.-23.12.2013
Geplante Abfahrtszeit vom Bahnhof: 18:35 UhrAktuellle Uhrzeit: 16:00 Uhr
Entfernung zum Bahnhof: 4,0 km
Das sollte zu schaffen sein! Also rein in den Bus und ab zum Bahnhof. Nach gefühlten fünf Minuten Fahrt ging dann gar nichts mehr. Stau! Wir bewegten uns keinen Zentimeter. Nach einer Stunde waren wir unserem Ziel, dem Bahnhof, kaum näher gekommen. So langsam wurden wir nervös. Also raus aus dem Bus und rein ins nächste Tuk-Tuk. Großer Fehler! Jeder sah uns die Hektik und Unruhe an und bot uns horrente Preise an. Lachhaft! Ich konnte nicht mal jemanden anbrüllen so sprachlos war ich. Also weiter zu Fuß. Auf die letzte Minute erreichten wir den Bahnhof, rannten in den Supermarkt, deckten uns mit Fressalien für die Reise ein und ließen uns atemlos auf den Sitzen nieder. Geschafft! Vor uns lagen zehn Stunden Fahrt im Schlafwagen der letzten, günstigsten Klasse. Ein Traum! Die Betten waren gemütlich und wir bekamen frische, saubere Decken und Kissen. Viel zu früh mussten wir wieder aufstehen und in Surat Thani aussteigen. Sofort stürmten alle Agenturen auf uns zu und bequatschten uns mit ihren Angeboten. Doch wir waren vorbereitet: Nur zwei Gehminuten entfernt fuhr ein Lokalbus in den Nationalpark Khao Sok.
Nach weiteren 1,5 Stunden Schlaf waren wir da. Traumhaft! Die Landschaft haute uns um. Ich liebe Karstberge! Und dann diese Wolken. Unglaublich! Dazu noch eines der schönsten Guesthäuser bisher ergattert. Viele kleine süße Hütten inmitten eines wunderschönen Gartens. Perfekt. Den restlichen Tag vergammelten wir einfach in dieser Idylle.
Doch am nächten Tag gings auf zur Dschungeltour. Wir wollten - auf Empfehlung - zum Lake Ratchaprapha um in den schwimmenden Hütten zu übernachten. Die Truppe wurde eingesammelt - 15 tolle Leute unseres Alters aus allen Teilen der Welt - und unser Guide Jah Jah war von der ersten Minute an Spitze. Die Sonne schien, die riesigen Wolken leuchteten wunderschön über uns und rein gings ins Boot. Wir gleiteten übers Wasser und staunten über die Umgebung. Überall kleine Inselchen, dicht bewachsener Dschungel und riesige Karstberge.
Doch als wir dann von Weitem unseren Schlafplatz sahen, verschlug es uns endgültig die Sprache. Wir fuhren auf ca. 20 kleine Hütten zu, die friedlich auf Bambuskonstruktionen auf dem See schwammen und sich inmitten des Dschungels befanden. Es war nichts zu sehen als riesige Bäume, Berge und der glitzernde See. Der Wahnsinn. Wir bezogen unser Schlafquartier und sprangen sofort ins Wasser. Das ist die Idylle schlechthin. Natur pur. Keine Elektrizität, kein Internet, kein Handy-Empfang. Nichts außer Natur.
Am Nachmittag wurde es nochmal abenteuerlich. Wir schlugen uns durch den Dschungel und machten uns auf zur einer Höhle. Zwei Stunden kletterten wir über Stock und Stein, kratzten uns die Beine auf und erfuhren eine Menge über die einheimische Natur. Und dann rein in die Höhle. Stockfinster. Nur unsere Kopflampen erhellten die Dunkelheit. Wir kletterten hier und da über einige Felsen, wateten durch kniehohes Wasser und sahen die hässlichsten Spinnen eh und je. Lieber schnell weiter. Doch dann der Hammer. Absolute Konzentration wurde gefragt. Wir liefen durchs eiskalte Wasser - jetzt teilweise so hoch, dass wir schwimmen mussten - über glitschige und spitze Steine. Und dann kam der Abgrund! Vor uns klaffte eine Felsspalte, ca. 60 Zentimeter breit und ca. zehn Meter tief, in der sich ein reisender Wasserfall in die Tiefe stürzte. Darüber war eine wackelige Holzkonstruktion gebaut, die wir nun nach unten klettern sollten. Ah ja. Zurück gings leider nicht. Also gut, runter da. Der Wahnsinn! Herzklopfen pur. Was für ein Erlebnis.
Zurück am Hauptquartier sprangen wir sofort wieder in den See und planschten wie die kleinen Kinder. Was für ein Tag. Das Ganze wurde noch mit einem absolut leckeren Abendessen und einer Nachtsafari abgeschlossen.
Auch zurück im tollen Guesthouse gab es noch eine Überraschung, bzw. gleich zwei. Wir bekamen ein Upgrade und eine kleine Affenbande besuchte uns auf unserer Veranda. So cool! Wir beschlossen: Hier ist es viel zu schön, um schon abzureisen. Also wurden noch einmal zwei Tage gebucht und am nächsten Tag der Dschungel auf eigene Faust erkundet. Unsere Wanderung führte uns vorbei an acht Wasserfällen und genialen Stellen zum Schwimmen. Der Weg war jedoch unendlich anstrengend. An einer Seite ging es steil bergab, wir stolperten über Wurzeln, mussten über Felsen klettern und uns bergauf schleppen. Doch das Gefühl am Ende, wohlige Erschöpfung und die Zufriedenheit es geschafft zu haben, sind unbezahlbar. Die Füße taten uns weh, die Blasen waren riesengroß, doch wir waren glücklich und schliefen wie die Murmeltiere.
Zuletzt erfüllten wir uns noch einen Herzenswunsch: Elefanten-Time! Wie lange hatten wir darauf gewartet? Ewig! Die Zustände, die wir bisher gesehen hatten, waren einfach zu widerlich. Die Elefanten wurden geschlagen, in zu kleine Käfige gesperrt und mussten hungern. Das wollten wir auf keinen Fall unterstützen. Und das Warten hat sich gelohnt. Unsere zuckersüße Elefantendame - Hong Lee, 35 Jahre und drei Tonnen schwer - weidete auf einer kleinen Wiese mit vielen anderen Freunden. Jeder Elefant durfte am Tag nur vier Ritte von je einer Stunde absolvieren. Es gab keine Peitschen oder Stöcke, sondern nur verbale Befehle. Auch sichtbare Verletzungen konnten wir nicht erkennen. Und Hong Lee sah glücklich aus. Also rauf auf die Hübsche und rein in den Dschungel. Es ging durch eine wilde Landschaft, vorbei an Bächen und Wasserfällen, doch wir hatten nur Augen für unsere Hong Lee. Sie war so süß und mega schlau. Als uns auf dem Weg etwas herunter fiel, hob sie es spielend mit ihrem Rüssel auf und reichte es uns. Yeah! Wir waren begeistert.
Hach, wie ich das hier so schreibe, da will ich doch sofort wieder zurück nach Khao Sok. Was für ein wunderschöner Ort.





wirklich krasse Fotos, schon allein nur das Titelbild ist der Hammer. Wie muss das erst in der Natur auf einen wirken??? Und ich bin stolz auf Euch. Stolz, dass Ihr nicht diese Elefantenverdrescher unterstützt habt und auch auf das Umfeld geachtet habt, wie die Tiere gehalten werden. Euer Elefant sieht wirklich glücklich aus - genau wie Ihr..........Gruß Pappsler
AntwortenLöschen