„Sag mal, was hälst du eigentlich davon hier in Australien
zu heiraten?“ Mit dieser harmlosen und unschuldigen Frage fing alles an. Der
Stein war ins Rollen gebracht. Bei einem netten Plausch mit der Kollegin
stellte sich heraus, dass eine ihrer besten Freundinnen uns trauen könnte. Also
wurde einfach mal so ein Termin vereinbart, bei dem wir spontan die Dokumente
unterschrieben und ein Datum festlegten. Der 16. August 2014 sollte es sein.
Damit blieben uns noch ganze zwei Wochenenden um den Rest zu planen. Kein
Problem. Wir fanden ein nettes Häuschen mitten im Grünen, mit riesigen Bäumen
und einem kleinen Flüsschen, direkt neben einem Nationalpark und zur Krönung
auch noch mit einem Kamin. Unsere „Celebrantin“ Beth brachte einen Guitarristen
mit, das Kleid fand ich nebenbei und die Ringe wurden wenige Tage vor der
Hochzeit ausgesucht.
Doch plötzlich kamen Fragen auf: „Was ist denn eigentlich
mit meinen Eltern?“ „Und mit meinen?“ „Was machen wir denn mit meinem Bruder?“
„Und meine Großeltern?“ „Ja, was ist eigentlich mit meiner Omi?“ „Und überhaupt
unsere ganzen Freunde?“ Das ganze nahm am Ende solche Ausmaße an, dass wir die
Gedanken wieder verwerfen mussten. Sorry ihr Schnuggis, aber wir haben einfach
zu viele Menschen lieb. Und es waren ja auch nur noch knapp zwei Wochen. Wer
sollte denn so schnell ein Visum und einen Flug organisieren?
Also dachten wir: „Am besten die Klappe halten und erst danach die Bombe platzen lassen.“ Guter Plan, ne? Hat ja auch alles bestens funktioniert. Selbst Anne und Sandra, unsere beiden Trauzeuginnen, waren noch zwei Tage vorher völlig ahnungslos. Als wir sie dann endlich einweihten, glaubten sie uns natürlich kein Wort. Erst als wir sie mit den Tatsachen konfrontierten (Kleid, Ringe, Anzug, etc.), sickerte es langsam durch.
Durch die kurze Vorbereitungszeit war uns natürlich auch
keineswegs 100-prozentig klar, was da jetzt genau auf uns zukommt und so blieb die
gewohnte Nervosität aus. Nur am Abend zuvor bei einem netten Abendessen wurde
mir plötzlich schlecht und ich dachte: „Oh super, wenn ich morgen kotze,
schmeiß ich mich weg vor lachen.“ (Wer mich kennt, weiß sicher, dass das gar
nicht sooo abwegig für mich gewesen wäre. Aber keine Angst, alles ist gut
ausgegangen. Kotzfrei, sozusagen.) So saßen wir am Vorbend noch alle nett beim
Feuer zusammen und schrieben in Ruhe unsere Gelöbnisse. Und damit war alles
erledigt. Es konnte geheiratet werden.
Am 16. August 2014 war es dann also soweit. Schlumpi und ich
standen früh auf, schwangen uns bei schönstem Sonnenschein (was für ein Glück,
man darf ja nicht vergessen, dass wir noch immer Winter haben) auf die Räder
und fuhren in den nahe gelegenen Nationalpark, um ein par Wildblumen für den
Hochzeitsstrauß zu pflücken. Wir wanderten durch die Natur und genossen unsere
letzten Minuten als unverheiratetes Paar. „Wollen wir das jetzt wirklich
durchziehen?“ „Jaaaaa, unbedingt!“ Als wir mit einem riesen Strauß zurück kamen, war das Frühstück mit allen Köstlichkeiten schon vorbereitet. Was für ein Start in den Tag. Der Platz hätte nicht schöner sein können. Ein kleiner Tisch mitten in der Natur, ein kleiner Fluss plätscherte an uns vorbei und die Papageien flogen über uns. Traumhaft. In Ruhe wurde geschlemmt und gequatscht. Während Sandra im Anschluss mein wunderhübsches Hochzeitssträußchen band, hübschte ich mich auf und bereitete alles vor. Schlumpf schlüpfte in seinen Anzug und holte unsere lieben Bekannten, die wir in Myanmar kennen gelernt hatten, vom Bahnhof ab. Maya hatte sich netterweise bereit erklärt, Fotos während der Zeremonie zu machen. Dann truttelten auch noch Beth und Ryan, unser Guitarrist, ein.
Also konnte es jetzt wirklich losgehen. Alle versammelten sich am Flüsschen und machten sich bereit. Ich schlüpfte in mein Kleid, Stefan zuppfelte noch die letzten Dinge zurecht und dann war der Moment gekommen: Im wunderschönen Garten vor dem Haus sahen wir uns das erste Mal in unseren Hochzeitsoutfits. Da kullerten auch schon die ersten Tränchen. Ein paar letzte Worte wurden noch ausgetauscht und dann gings los. Als ich die kleine Hochzeitsgesellschaft unten am Flüsschen sah und unser erstes Lied „Auld Lang Syne“ erklang, war alles zu spät. Die Tränen flossen in Strömen. Es war der schönste Anblick, den ich je gesehen habe. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Die Highheels mussten kurzerhand gegen Chucks getauscht werden, denn der Weg war doch ziemlich steil. Schlumpi buksierte mich dennoch heil nach unten. Beth eröffnete die Zeremonie und Sandra laß eine wunderschöne und süße Geschichte über die Liebe vor. Die süße Anne hatte es dann am Schwersten. Vor lauter Tränen wollten die lieben Worte gar nicht so einfach rauskommen, doch auch sie rührte uns zutiefst. Noch einmal von Herzen Dank an euch Beide!
Und dann waren wir an der Reihe. Zuerst hatten wir die
Möglichkeit uns einander zu sagen, was man so tief fühlt und empfindet und doch
viel zu selten ausspricht. Ein wunderbarer, einzigartiger Moment. Wir gaben
uns, mit doch recht fester Stimme, das Ja-Wort und tauschten ganz traditionell
unsere Ringe aus.
Zum Abschluss stimmte Ryan „Maybe“ an und die Sekt- äh,
Entschuldigung, Champagnerkorken (Dekadenz muss sein :-) ) knallten. Wir waren
verheiratet! Unfassbar.




Die lieben Mädels Anne und Maya knippsten im Anschluss um die Wette und wie ihr in der Diashow seht, haben sie sich selbst übertroffen. Die Bilder geben hoffentlich einen kleinen Einblick wie unendlich schön der Tag war.




Die lieben Mädels Anne und Maya knippsten im Anschluss um die Wette und wie ihr in der Diashow seht, haben sie sich selbst übertroffen. Die Bilder geben hoffentlich einen kleinen Einblick wie unendlich schön der Tag war.
Den restlichen Tag ließen wir es uns gut gehen. Wir mussten
uns um nichts kümmern. Gesponsert von unseren crazy Lady Mel gab es eine
riesige Hochzeitstorte und von unseren Trauzeuginnen noch einen süß verzierten
Kuchen. Wir ließen es uns schmecken. Danach noch einmal kurz an die Arbeit, denn das traditionelle
Porzellanschmeißen durfe natürlich nicht ausgelassen werden. Und dann startete
der gemütliche Teil. Im Kamin brannte ein Feuerchen, Musik wurde aufgelegt und
die Getränke waren kalt gestellt. Wir schlemmten wie die Weltmeister, denn die
lieben Mädels Anne und Sandra hatten super für uns gekocht. Andrew, super
Küchenchef, verfeinerte das Ganze noch mit seinem exelent gebratenem Fleisch.
Ein Festschmaus. 

Es war genau der Tag, den wir uns vorgestellt hatten. Für uns war er perfekt. Vielen Dank noch ein letztes Mal an alle, die ihn zu diesem einzigartigen Tag gemacht haben. Und alle anderen, seid bitte nicht traurig, wir schwören beim Wohlergehen unseres kleinen Gerdis, dass es zurück in Deutschland noch einmal eine wunderschöne Zeremonie und Feier geben wird!
Und was ich noch sagen wollte: „Wir sind verheiratet.
Ahhhh....“
P. S. Auch die Hochzeitsnacht war nicht von schlechten
Eltern ;)




Einfach nur traumhaft, ich freue mich so sehr für euch. Ich hoffe, es dauert nicht mehr sooo lange, bis ich euch persönlich beglückwünschen kann...
AntwortenLöschenLiebe Grüße aus Halle ans andere Ende der Welt
Jenny
So ein hübsches Paar aber auch!
AntwortenLöschenOh, das geht runter wie Öl. Welch schöne Lovestory, mir kamen die Tränen. Nochmals ales Gute. Lg
AntwortenLöschen