Siem Reap, Kambodscha – 02.12.-09.12.2013
Machts euch bequem und holt euch einen Kaffee oder Tee, ganz nach Belieben, denn diesmal kommt wieder ein etwas längerer Eintrag. Ihr könnt es auch als ein kleines Oster-Spezial betrachten, auch wenn Ostern fast vorbei ist :-).
Unser nächstes Ziel war der touristische Brennpunkt
Kambodschas: Siem Reap. Wegen der Tempel von Angkor konzentrieren sich fast 90%
des kambodschanischen Tourismuses auf diese kleine Provinz.
Die Anreise war wieder einmal der Horror! Es ging früh um 6:00 Uhr los und endete erst abends 21:00 Uhr. Fünfzehn
Stunden Non-Stopp im Bus. Grauenhaft. Wir wollten nur noch ein Hostel finden,
etwas essen und ins Bett. Doch das Grauen ging weiter: Am Busbahnhof wartete
ein Tuk-Tuk-Fahrer mit einem Schild mit unserem Namen drauf. Ich war total
verwirrt, doch Schlumpi hatte das wohl am Morgen in Banlung so ausgemacht. Wir
dachten, okay, dann kommen wir wenigstens schnell hier weg. Doch der Fahrer war
uns von Anfang an extrem unsympatisch. Er war laut, aufgedreht und plapperte
ohne Punkt und Komma. Wir wollten doch einfach nur unsere Ruhe! Aber nein! Er
kaute uns ein Ohr darüber ab wie glücklich er sei, dass er endlich mal wieder
einen Job hätte und jetzt alles besser werden würde. Wir nickten nur
geistesabwesend und hörten gar nicht genau zu. Dann fuhr er uns eine
geschlagene Stunde von Guesthouse zu Guesthouse, die komischerweise alle voll
waren, nachdem er dem Besitzer irgendetwas auf Kambodianisch zugeraunt hatte.
Wenn wir nach einem Hostel aus unserem Guidebook fragten, reagierte er
abwesend. Wir hatten ein eigenartiges Gefühl! Der beschiss uns doch von vorn
bis hinten. Also bestanden wir auf eines unserer Hostels und oh Wunder, oh
Wunder, es war frei und bezahlbar. Was für ein Zufall! Wir wollten nur noch den
verabredeten Preis zahlen und weg. Doch dieses Arschloch nahm einfach das Geld
nicht an und plapperte weiter von seinem Job. Der dachte doch tatsächlich, dass
wir mit dem drei Tage lang zu den Tempeln von Angkor fahren würden. Lachhaft!
Wir wollten ihm irgendwie schonend verklickern, dass das im Leben nicht
passieren würde, doch dann gings erst richtig los. Ich schmiss das Geld ins
Tuk-Tuk und riss ihm meinen Rucksack aus der Hand. Da fing er auf einmal an zu
schreien: „Fuck you, you fucking tourists. You will die tonight. Take care of yourself!“ Alter, der Wahnsinn. Eine
Morddrohnung mitten in Siem Reap. Der Typ war komplett außer Rand und Band. Alle
glotzten uns an. Wir waren total schockiert und verzogen uns schnellstmöglich in
unser Zimmer. Ziemlich mulmig machten wir uns dann auf zum Essen und gönnten
uns am Tag darauf erstmal einen freien Tag. Was für ein Erlebnis. Die nächsten
Tage warfen wir immer mal einen verstohlenen Blick über die Schulter. Man weiß
ja nie...Dennoch ließen wir uns die Laune nicht verderben und planten fleißig den Besuch der Tempel. Wir hatten uns auf ein Drei-Tages-Ticket geeinigt und besorgten uns einen neuen, sehr netten, Tuk-Tuk-Fahrer. Es gab schließlich viel zu sehen.
Tagesprogramm: Angkor Thom, Thomannon, Chau Say Tevoda, Ta
Keo, Ta Prohm, Angkor Wat.
Der erste Tag war überwältigend. Die ummauerte Stadt Angkor Thom mit den verschiedenen Tempeln ist spektakulär. Die Anlage ist gigantisch, riesengroß und die Tempel wunderschön. Besonders beeindruckend ist das 23 Meter hohe Südtor, das von riesigen Gesichtern gekrönt wird. Diese finden am Bayonm, dem im Herzen von Angkor Thom stehenden, letzten großen Tempel des angkorianischen Zeitalters, ihre hundertfache Wiederkehr. Einfach wunderschön. Trotz der Menschenmassen, die täglich durch die Anlage geschleust werden, war es erstaunlich ruhig und relaxt. Man konnte ganz entspannt umherschlendern, sich immer mal wieder im Schatten ausruhen und die Größe und Schönheit in Ruhe auf sich wirken lassen. Absolute Stars des Tages waren allerdings neben den Tempeln ganz klar die Äffchen. Endlich, nach fast vier Monaten, haben wir Affen gesehen. Super süß. Wir sind begeistert und ab heute riesen Affenfans.
Tagesprogramm: Angkor Wat, Frühstück, Prasat Baksei Cham
Krong, Preah Khan, Neak Pean, Krol Ko, Ta Som, Pre Rup, östlicher Mebon.
Der zweite Tag fing etwas anders an als der erste. Nämlich
rappelvoll. Früh 5:30 Uhr standen wir bereits vor Angkor Wat um den
Sonnenaufgang zu bewundern. Allerdings nicht allein, sondern mit gefühlten
tausend anderen Menschen. Wunderschön, aber eigenartige Atmosphäre. Absolutes
Highlight an diesem Tag war Preah Khan, ein eher unscheinbarer Tempel, der eher
selten besucht wird. Der halb verfallene Zustand und das überwucherte Gestein
inmitten des Dschungels verleihen der Anlage einen ganz besonderen Zauber. Wir
blieben ewig hier und picknickten unter einer riesigen Trauerweide. Als wir um
16:00 Uhr wieder im Hostel ankamen, war ich völlig fertig und schlief sofort
ein.
Tagesprogramm: Banteay Srei, Banteay Samre, Banteay Kdei,
Prasat, Kravan, Phnom Bakheng.
Nach einem Tag Pause verbrachten wir den letzten und
längsten Tag in Angkor. Geschlagene zehn Stunden erkundeten wir die Tempel, die
etwas abseits der Stadt liegen. Besonders viel Zeit verbrachten wir an diesem
Tag in Banteay Kdei, wo wir den Kindern, die eigentlich Krims Kram verkaufen
sollten, beim Malen zusahen, uns mit einer deutschen Auslandsstudentin
unterhielten und die umherstreifenden Mönche beobachten.
Es war toll! Die Tempel von Angkor muss man einfach gesehen
haben! Drei Tage sind zwar super anstrengend, aber definitiv empfehlenswert,
wenn man auch mal abseits der großen Touristenhighlights wandeln möchte.
Und was gabs sonst noch in Seam Reap? Jede Menge! Siem Reap
ist zwar ein touristischer Brennpunkt, aber gleichzeitig auch eine sehr
unaufgeregte Stadt: Es gibt jede Menge Bars, Cafés und Restaurants und damit
auch jede Menge gutes Essen. So haben wir z. B. mal wieder einen ganzen
Gammeltag eingelegt, alles Organisatorische geregelt, einen
Postkarten-Schreib-Marathon veranstaltet, unsere Finanzen gecheckt und uns von
Café zu Café gehangelt. Ansonsten wurde uns nicht langweilig, denn es gab jeden
Tag was ganz Besonderes:



Spezial 1: Eine traditionelle Khmer Tanz- und Musikveranstaltung mit jeder Menge verrückten Tänzen und Kostümen und wie soll es anders sein, gutem Essen.
Spezial 2: Nightmarket mit jeder Menge Schnäppchen.
Ausbeute: Zwei T-Shirts und eine Hose für Stefan (und das alles für nur 10€).
Spezial 3: Die wohl lustigste Essensbestellung eh und je gesehen. Ein Chinese vesuchte mit Händen und Füßen, einem Freund am Telefon und einer Landsfrau aus dem Restaurant mindestens zehn Minuten lang sein Essen zu bestellen. Zum Schreien!
Spezial 4: Kochkurs! Ja, endlich, nach Monaten haben wir es geschafft an einem Kochkurs teilzunehmen. Super Location, super nette Leute und super tolles Essen, aber leider auch eine super schlecht gelaunte Kochlehrerin. Dadurch war zwar alles ein wenig stressig, aber auch extrem lustig. Soviel gelacht haben wir schon lange nicht mehr. Und das Essen war der Knüller. Alle hatten etwas Leckeres gezaubert und nachdem jeder von jedem probiert hatte, waren wir kurz vorm Platzen. Toll!
Spezial 5: Paaaaaaaarty!!! Wir hatten mal wieder riesen Lust zum Tanzen und so machten wir uns auf zu der In-Disco in Siem Reap. Was für ein Abend! Wir lernten super nette Engländer kennen und die wissen ja bekanntlich wie man feiert. Der Alkohol floss in Strömen und unsere Gläser waren nie leer. Es gab wirklich einen Trink nach dem anderen und wir haben nicht einen Cent ausgegeben. Und natürlich gehörte die Tanzfläche uns. Wir haben bis zum Morgengrauen getanzt und sind erst nach Hause gegangen als die Füße glühten und keiner mehr stehen konnte. Was für ein Abend. Der Wahnsinn! Nur die Aussicht in drei Stunden wieder aufzustehen, um den Bus nach Battambang zu erwischen, war weniger prickelnd.
Ihr seht, in Siem Reap war Einiges los. Wir hätten
locker noch eine Woche bleiben können ohne uns zu langweilen. Siem Reap gehört
damit definitiv auch
zu den Highlights unserer Reise!






gruselige Geschichte...... aber dann doch noch alles toll!
AntwortenLöschenSchön zu hören, dass ihr auch endlich unter uns Affen-Fans weilt! ;o)
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