http://dropdownmenugenerator.com/

Abenteuer im laotischen Dschungel


Houay Xai, Laos - 02.09.-06.09.2013

Faehre zwischen Thailand und Laos
Der erste Grenzuebergang unserer Reise stand an: Von Thailand sollte es nach Laos gehen. Also machten wir uns frueh am Morgen auf zur Grenzstadt auf thailaendischer Seite - Chiang Khong. Dort mussten wir sozusagen aus Thailand auschecken und befanden uns anschliessend im Niemandsland. Von Laos trennte uns nun nur noch der Mekong, den wir mit einer Faehre ueberqueren mussten. Angekommen in der Grenzstadt auf laotischer Seite - Houay Xai, hiess es warten, da Nick ein Visum on arrival beantragen musste. Unsere Einreise war allerdings ziemlich problemlos, da wir breits ein Visum hatten. Wir checkten im erstbesten Hostel ein und gingen frueh schlafen, denn am naechsten Morgen war der grosse Tag gekommen: Start der Gibbon Experience. Das heisst, drei Tage Trekking-Tour im laotischen Regenwald mit zwei Uebernachtungen in Baumhaeusern und Ziplines durch den Dschungel. Es handelt sich dabei um ein Projekt, dass 2004 von einem Franzosen gegruendet wurde, um die einheimischen Affen - die Gibbons - und den Regenwald zu schuetzen. So wurden die frueheren Jaeger zu Guides umgeschult, um die Abenteuerlustigen durch den Dschungel zu fuehren. Mittlerweile sind sieben Doerfer in das Projekt integriert. Mit den Einnahmen werden u. a. Schulen und die Aufforstung des Regenwaldes finanziert.


Das Abenteuer begann mit dem Unterzeichnen eines Dokumentes mit folgendem Inhalt: Wir mussten auf saemtliche rechtliche Ansprueche verzichten, uns dazu bereit erklaeren, bis zu acht Stunden durch Schlamm und Matsch zu wandern sowie uns in ueber hundert Metern von Baum zu Baum zu seilen und wurden darauf hingewiesen, dass es zu schweren Unfaellen und sogar zum Tod kommen kann. Soweit so gut: Nickis Angst stieg immer weiter. Doch es gab kein zurueck. Nach einem kurzen Einleitungsfilm trafen wir unsere Gruppe (D. & Vincent, Jan & Ruben und unser tasmanischer Freund Nick) und wurden auf einen Pick-Up verfrachtet. Zusammen gings 1 1/2 Stunden zum Rand des Dschungels. Dort angekommen wechselten wir in einen anderen Geländewagen. Die Straße war einfach nur der Wahnsinn ... naja eigentlich war es mehr eine Schneise im Wald als eine Straße. Wir fuhren bergauf und bergab, oder nennen wir es eher schlittern, durch zentimeterhohe Pfützen, Schlaglöcher und Spurrillen. Ein Europäer wäre warscheinlich nach 5 Minuten verzweifelt. Doch unser Fahrer kämpfte sich Zentimeter für Zentimeter durchs Gelände. Obwohl wir zu elft auf der Ladefläche zusammengepfercht waren, wurden wir ganz schön durchgeschüttelt und flogen umher.Trotz seiner Fahrkünste mussten wir aller 5 Minuten aussteigen und ein Stück laufen, damit der Pick-Up leichter ist. Nach weiteren 1 1/2 Stunden Fahrt kamen wir in einem kleinen Dorf an. Von da an hieß es laufen. Bereits nach wenigen Minuten waren wir vollkommen durchgeschwitzt und völlig fertig. Die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch und der Weg aufgeweicht und rutschig. Wir liefen eine gefühlte Ewigkeit, doch dann war sie endlich da - die erste Zipline. Herzklopfen pur. Bevor Nicki lange nachdenken konnte, war sie gleich die erste, die sich todesmutig in schwindelerregende Höhen stürzte. Zuerst war die Sicht durch meterhohe Bäume versperrt, doch dann konnte man über das ganze Tal sehen. Nach dem ersten kurzen Schock, in dem uns der Atem stockte, war es ein riesen Spaß und wir genossen die Aussicht. Nach weiteren kurzen Treks und drei Ziplines erreichten wir unser Nachtquartier: ein beeindruckendes Baumhaus mit mehreren Schlafstellen auf drei Etagen verteilt, einer Regenwasserdusche, einem gigantischen Ausblick und das alles in 60 Metern Höhe. Erreichen konnte man das Baumhaus nur über Ziplines. Unsere Guides verließen uns am spätem Nachmittag und wir waren auf uns allein gestellt. Wir richteten uns gemütlich ein und lauschten den Klängen des Dschungels. Nach einer kurzen Weile wurde uns das Essen über Ziplines gebracht. Es gab Reis mit verschiedenen Gemüse und Fleisch. Bereits um 7 Uhr war es stockdunkel. Da es keinen Strom gab, saßen wir mit den Taschenlampen im Kreis und spielten verschiedene Kartenspiele. Gegen um neun gings dann auch schon ins Bett, denn wir waren alle ziemlich fertig. Trotz der lauten Dschungelklänge schliefen wir alle tief und fest. 

Am naechsten Morgen wurden wir, nach einem leckeren Fruehstueck (Reis und Gemuese :-) ), von unseren Guides abgeholt. Wir wanderten den ganzen Tag durch den Dschungel und seilten uns von Baum zu Baum. Wir hatten ausserdem das grosse Glueck Gibbons zu sehen. Das war das absolute Highlight, denn nur wenige Gruppen bekommen die Affen zu Gesicht.
Am Nachmittag, nachdem die Guides zu ihrem Dorf zurueckgekehrt sind, konnten wir selbststaendig die Ziplines benutzen. Das war der absolute Hammer. Es waren Seile dabei, die ueber 150 Meter hoch und 500 Meter lang waren. Uns stockte zwar jedes Mal der Atem, aber die Aussicht auf die Berge, den Dschungel und die Wolken war einfach gigantisch und genial. So etwas haben wir noch nie erlebt und koennen es mit nix vergleichen. Man muss es einfach selber erlebt haben. Es war ein wunderschoener unbezahlbarer Tag.



... und wo ist der Nick?
In der Nacht zum dritten Tag setzte starker Regen ein. Wir wussten gleich, dass das nix Gutes bedeudet. Unsere Vermutung wurde von unseren Guides bestaetigt: niemand weiss, von wo oder ob uns der Pick-Up ueberhaupt abholen kann. Also ging es auf direkten Weg, ueber die letzten Ziplines und durchgeweichte Trekkingpfade, auf zu dem Dorf, in dem wir am 1. Tag abgesetzt wurden. Durch den starken Regen machten wir erneut Bekanntschaft mit einigen Blutegeln. Angekommen im Dorf bestanden unsere Guides darauf, dass wir auf den Pick-Up warten. Eine Verbindung nach Aussen gab es allergings nicht. Die Stunden vergingen und wir beschlossen dem Gelaendewagen entgegen zu laufen. Das bedeutete allerdings mit ziemlich leeren Magen (zum Fruehstueck gab es durchgeweichtes Baguette und Eier) eine Stunde lang immer nur bergauf zu laufen. Es regnete weiterhin in Stroemen, sodass wir vollkommen durchnaesst waren. Auf dem Gipfel sollten wir erneut warten. Es gab einen kleinen Unterstand, aber wir waren total hungrig, fertig und durchgefrohren. Nach einer weiteren Stunde wollten wir nicht mehr warten und gingen dem Pick-Up weiter entgegen. Allerdings war weiterhin kein Wagen zu sehen. Ploetzlich hoerten wir aus der Ferne das Geraeusch eines Autos. Als es allerdings naeher kam, stellten wir fest, dass es voll besetzt war. Zuerst mussten die Neuankoemmlinge ins Dorf gebracht werden, um dort umkehren und uns einzusammeln zu koennen. Also liefen wir weiter und weiter und nach mehreren Stunden tauchte der Truck endlich auf. Wir waren uebergluecklich und Nicki konnte ihre Augen kaum noch aufhalten. Ueber buckelige Pisten gings dann zurueck. Wir hielten zwischendurch um etwas zu essen (Ueberraschung: Reis und Gemuese), verabschiedeten uns von unseren tollen Guides und kamen um 7 Uhr endlich am Hostel an. Alle freuten sich auf eine heisse Dusche und ein leckeres Abendessen. Wir genossen zusammen den letzten Abend und gingen erneut frueh ins Bett.

Fazit: Unbedingt empfehlenswert! Es ist schwer zu erklaeren, aber man muss es einfach erlebt haben. Es war fuer uns ein unbeschreibliches Erlebnis.


2 Kommentare:

  1. Hey!

    Ich brauche einen neuen Eintrag!! ;o)

    Ich hoffe, es geht euch gut und ihr kriegt nicht viel mit vom Taifun.

    Ganz liebe Grüße zu euch und eine dicke Umarmung.

    Annuschki

    AntwortenLöschen
  2. Mach dir keine Sorgen. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck am naechsten Post. Sind gerade in Sa Pa in Nordvietnam. Hier merkt man aber nix vom Taifun. :-)
    Fuehl dich gedrueckt...und ich hoffe wir koennen bald mal wieder skypen.

    Schlumpuschki

    AntwortenLöschen