Wie sollte es nach dem Sturm weitergehen? Dass ein Bus nach Hue gehen würde, war ziemlich klar. Doch unser eigentliches Ziel lag weiter im Süden: Hoi An. Dieses kleine Städtchen an der Küste hatten wir für unseren zehnten Jahrestag auserkoren, denn da genau zu unserem Jahrestag am 18.10. Vollmond war, sollte dort ein Laternenfestival stattfinden. Außerdem hatten wir bereits ein ziemlich schickes Hotel gebucht.
Entsprechend aufgeregt standen wir am Morgen auf und erwarteten mit viel Spannung eine Antwort auf die Frage: "Können wir heute noch nach Hoi An weiterreisen?" Wir waren unglaublich angespannt und aufgeregt, wie die kleinen Kinder. Endlich kam die erlösende Antwort: "Ja, natürlich, gar kein Problem." Als hätte es nie einen Sturm gegeben, kam der Bus und nahm uns mit nach Hue, wo wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten um dann nach einem unglaublich leckeren Frühstück in den nächsten Bus nach Hoi An umzusteigen. Jippieh!!! Es ging nach Hoi An zum Lichterfest!
Am späten Abend checkten wir im Nobelhotel ein und unser Urlaub vom Urlaub konnte beginnen. Wir bekamen ein schickes Zimmer im obersten Stockwerk mit allem Pipapo und hatten eine gigantische Aussicht! Sofort mussten wir allerdings wieder runter, um in unserem hauseigenen Swimmingpool zu baden. Der Wahnsinn! Nach dem Bad empfing uns eine der unglaublich netten Angestellten mit vorgewärmten! Badehandtüchern. Ahhh! So lässt es sich leben.
Dann kam der Tag, den wir nie vergessen werden - unser 10. Jahrestag. Er began, Überraschung, Überraschung, mit einem Frühstück im Bett und einem riesen Blumenstrauß. Am Abend zuvor hatten wir uns beide unabhängig von einander zur Rezeption geschlichen, um das Ganze zu arrangieren. Sehr lustig :-). Es gab alles, was man sich wünschen kann. Tee und Kaffee, selbst gebackenes Brot, Marmelade, Früchte und kleines Gebäck.
Irgendwann rafften wir uns endlich auf, liehen uns Fahrräder aus und machten eine kleine Fahrradtour durch das Städtchen und zum Strand. Es war ein toller Tag, sonnig und warm. Wir ließen es uns richtig gut gehen und bestellten uns dekadent Cocktails an den Strand. Danach machten wir einen langen Strandspaziergang, liefen ewig am Wasser entlang und waren einfach nur froh und glücklich uns gefunden zu haben.
Danach gings zurück und wir gönnten uns die beste Massage ever and ever!
Schließlich kam das Highlight des Tages: Das Laternenfest. Die kleine Altstadt mit den kleinen Gässchen war über und über mit Laternen geschmückt und auf dem Fluss schwommen zahlreiche Kerzen. Die ganze Stadt war komplett in viele Lichter getaucht. Unglaublich romantisch. Wir schlenderten umher und aßen im teuersten Restaurant, das wir uns je geleistet haben. Es war köstlich. Doch dann kam der eigentliche Höhepunkt des Tages. Wir mieteten uns ein kleines Bötchen und schipperten auf dem Fluss mit den tausend schwimmenden Lichtern umher. Plötzlich wurde Stefan ganz ernst und sprach davon wie schön die letzten Jahre waren und dass er sich sicher sei, dass sein gesamtes Leben mit mir an seiner Seite so schön sein wird. Auf einmal zitterte er, zauberte einen Ring, den er einen Tag zuvor extra für mich hat anfertigen lassen, aus seiner Tasche hervor und fragte mich, ob ich seine Frau werden möchte. Ahhhhhh!!! Natürlich wollte ich und so war ich plötzlich verlobt. Der Wahnsinn! Wir ließen zusammen eine schwimmende Kerze zu Wasser und wünschten uns für immer so glücklich zu sein. Was für ein Tag. Von vorne bis hinten perfekt!
Am nächsten Tag waren wir beide noch ziemlich verwirrt und standen neben uns. Der Urlaub vom Urlaub endete mit einem super Frühstück und einem Bad im Swimmingpool. Danach mussten wir unser Luxushotel verlassen und uns ein neues Hostel, eher in unserer Preisklasse, suchen. Zum Glück fanden wir ein schnuckeliges kleines Homestay bei einer super netten Familie und so fiel uns der Übergang zurück zum Backpackerleben nicht ganz so schwer.
Wir erkundeten die süße kleine Stadt und Nicki ließ sich ein wunderschönes Kleid schneidern. Überall in der Stadt gibt es Schneider, die alles Unerdenkliche in allen Farben und Mustern anfertigen und das alles zu einem Spottpreis.
Außerdem sahen wir jahrhunderte alte sogenannte Tunnelhäuser, die seit vielen Generationen von ein und derselben Familie bewohnt werden und in einem traditionellen Stil gebaut wurden. Weiterhin sahen wir chinesische Versammlungshallen und Tempel. Den Abend ließen wir mit zwei super netten Dänen ausklingen, die wir bereits aus Halong Bay kannten.
Die Tage darauf mieteten wir uns einen Roller und erkundeten die Umgebung von Hoi An. Wir besuchten zum Beispiel die heilige Stätte der Cham-Zivilisation - My Son. Es handelt sich dabei um einen Tempelkomplex mit heute noch etwa 70 erhaltenen Gebäuden. Es ist ein riesiges Gelände auf dem die verschiedenen Ruinen zu sehen sind. Wir sind durch das zugewucherte Areal mit den vielen Bäumen geschlendert und waren von der Größe erstaunt.
Auch zu den Mamorbergen sind wir gefahren. Sie bestehen aus fünf Kalksteinfelsen, die den fünf Elementen der chinesischen Kosmologie zugeordnet wurden: Wasser, Metall, Erde, Holz und Feuer. Zahlreiche Stufen führen die Berge hinauf. Es war unglaublich anstrengend, doch es gab viel zu entdecken. Pagoden, Höhlen und Statuen. Der Ausblick vom Gipfel war toll. Man konnte über die kilometerlangen Stände und die Stadt blicken.
So langsam wurde es aber Zeit weiterzuziehen. Diesmal fiel es uns besonders schwer, da wir mit Hoi An auf ewig etwas Besonderes verbinden werden.


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